neugierig?
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Invasive Neophyten

Aktionsseite für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Die rechts angebildete Pflanze sieht zwar schön aus, doch das Indische Springkraut (und nicht nur dieses) stellt eine große Gefahr für die heimische Pflanzenwelt dar. Wenn wir nach all den Jahren des Aussitzens und Stillhaltens jetzt nicht handeln, müssen wir wegen der aggressiv auftretenden Neueinwandererpflanzen (“invasive Neophyten”) bald auch die letzten Rückzugsgebiete seltener heimischer Flora verloren geben.

Wir leben in einer globalisierten Welt, in der auch Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt immer schneller stattfinden. Auch wir können das Rad der Entwicklung nicht zurückdrehen, und selbst durch noch so viele Helfer wird es uns nicht gelingen, die Neophyten ganz zu beseitigen, wir wollen aber dennoch versuchen, der Vegetation eine Chance zu geben, deren Schutz wir immer auf unsere Fahnen geschrieben haben. Deshalb hat die AGNA vom 3.-7. Juli 2006 erstmals zu einer bayernweiten Aktionswoche gegen invasive Neophyten aufgerufen.

 

Die personellen Ressourcen der hauptamtlichen Mitarbeiter sind - ebenso wie die finanziellen Möglichkeiten der Fachbehörden - begrenzt.
Die Naturschutzwacht ist deshalb durch ihre Ortskenntnis und durch die Kenntnis der Menschen und Vereine vor Ort prädestiniert, lokale Bündnisse zu organisieren.
Die AGNA sieht die folgende Strategie als Lösungsansatz:

1. Monitoring durch Kartierung der Vorkommen


2. Meldung der Erstbesiedelung durch invasive Neophyten an die Untere Naturschutzbehörde, die ihrerseits den Grundstückseigentümer zur Beseitigung auffordert (hier: LRA Freising). Alternativ: Kleinvorkommen gleich selbst (und fachlich richtig) beseitigen.


3. Bei flächendeckendem Befall eine Grenze ziehen, die die Neophyten nicht überschreiten dürfen (“Containment”).


4. Lokale Bündnisse schmieden (Naturschutzverbände, Obst- und Gartenbauvereine, Fischereivereine etc.)


5. Sensibilisierung der breiten Bevölkerung durch Öffentlichkeit (Pressearbeit - Beispiel für örtliche Pressemitteilung)



Ottobeuren-Life-Neophyten.doc
Microsoft Word-Dokument [29.5 KB]

Praktische Erfahrungen hat die Naturschutzwacht im Unterallgäu 2005 gesammelt. Von Juli bis Ende Oktober wurden 10.000de Pflanzen Springkraut ausgerissen, Goldrute mehrmals niedergemäht und Riesenbärenklau abgeschnitten. Das Vorgehen gegen invasive Neophyten erfordert einen langen Atem.
Unsere praktischen Erfahrungen werden wir an dieser Stelle weitergeben.


Es sieht im “Jahr danach” tatsächlich ganz gut aus. Grob geschätzt kommen nach der Unterdrückung eines gesamten Jahrganges des Ind. Springkrauts nurmehr 10-20%, die Pflanze ist also beherrschbar! Wichtig sind monatliche Kontrollgänge von Juli bis Oktober. Bei der Goldrute ist mehrmaliges Mähen über ein paar Jahre oder (bei kleinflächigen Vorkommen) das Abdecken mit Folie am effektivsten. Auf mageren Böden hat die heimische Vegetation eine Chance, sich gegen die Einwanderer durchzusetzen.

So hätten wir es gern:

Schwalbenwurzenzian statt
Kanadische Goldrute

Wie lange noch?



Sachalin-Knöterich am Boschachbach, südl. von Ottobeuren

Die Entfernung der oberirdischen Pflanzenteile an der abgebildeten Stelle war aufgrund der dicken Stängel nur mit Gartenschere möglich und dauerte ca. 30 Min.

In den Folgejahren muss ein Aufwachsen konsequent verhindert werden.



Vom Sachalin-Knöterich hier eine Nahaufnahme. Er unterscheidet sich vom Japan. Knöterich durch deutlich größere Blätter.

Alte Stängel deuten darauf hin, dass die Pflanze bereits 2005 hier gewachsen sein muss. Noch handelt es sich um den bislang einzigen Wuchsort in der Umgebung von Ottobeuren. (Stand: Oktober 2006)

 

 

Topinambur am alten Bahndamm im Ortsbereich von Ottobeuren.


Bisher (Oktober 2006) einzig bekanntes Vorkommen in der Umgebung. 

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© Claus Wittmann