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Jahrestagung 2004 in der Fränkischen Schweiz
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Vortrag von Herrn Fredlmeier/Frankenwald Tourismus Service Center am 02.04.2004 Exkursionen am 03.04.2004 Jahreshauptversammlung 03.04.2004 Vortrag mit Exkursion Uhu/Wanderfalke von Herrn Lanz, LBV, am 04.04.2004 Bericht Hans Tratz von der Bundestagung in der Choriner Schorfheide (31.3.-2.4.)
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Presserdownloads von Bildern in Printqualität auf Anfrage an vorstand@agna.de ! Gesamttext aller Veranstaltungen hier downloaden.
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Der Geschäftsführer des Frankenwald Tourismus Service Center, Herr Stefan Fredlmeier, referierte zum Thema Tourismusförderung allgemein sowie über
Berührungspunkte mit dem Naturschutz im Besonderen.
Zunächst stellte Herr Beck in den Raum, ob wir als Naturschützer seitens des Tourismus
überhaupt wahrgenommen werden. Er belegt dies an mehreren Beispielen, in denen er detaillierte Info zum ÖPNV oder zu aus Sicht eines Naturschützers interessanten Orten anforderte,
aber jedes Mal lediglich einen dicken Packen teurer Hochglanzbroschüren zugeschickt bekam – nicht jedoch die gewünschte Information. Kleine Museen vor Ort sind unregelmäßig offen
oder – falls der einzige Ansprechpartner krank ist – geschlossen („Schorsch ist krank“ – Zettel am Klöppelmuseum Kühndorf/Meiningen, das vom dortigen Tourismusverband bundesweit
beworben wird). Museen und Gasthäuser sind unflexibel, was die Öffnungszeiten angeht („14 – 16 Uhr“), selbst wenn man sich mit
größeren Gruppen ansagt. Das Personal in den einzelnen Touristikämtern ist teils fachlich überfordert. Mehrfach war es unmöglich,
auch nur den Standort der schönen Titelbilder der Prospekte ausfindig zu machen. Freizeitparks werden herausgestellt, während Naturdenkmale kaum Erwähnung finden.
Sehr positive Erfahrungen machte Herr Beck natürlich auch, nicht nur, wenn zu den wirklich verlangten Themen entsprechend
fundierte Informationen geliefert werden, sondern auch in der Kontaktpflege durch das einzelne Touristikamt. Download Positionspapier Beck (Word-Datei)
Herr Fredlmeier ging in seinem Fachvortrag zunächst auf die Entwicklung des Tourismus seit Öffnung der Zonengrenze ein.
Während früher die Berliner über die Transitroute den Frankenwald als wichtigstes Ausflugsziel fest im Programm hatten, verlagerte sich dies nach Öffnung der Grenze in alle Richtungen, später vor allem auch in Richtung Billigfliegerei
(Mallorca, Türkei etc.). Hatten die Betriebe des Frankenwaldes früher dadurch noch ausreichend Gäste ohne groß in die Infrastruktur investieren zu müssen, steht der heutige Tourismus vor dem Problem, nunmehr
auch von den Standards her international mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis konkurrieren zu müssen. Kurz nach der Grenzöffnung wurden die rückläufigen Zahlen der Berliner durch die Besucher aus den neuen
Ländern zwar vorübergehend kompensiert (1992 Höhepunkt der Übernachtungszahlen mit 1,3 Millionen), heute liegen diese Zahlen aber nur mehr bei etwa 1 Million Übernachtungen. Den Betrieben fehlen vielfach
die finanziellen und personellen Ressourcen, um die Quartiere zu verbessern bzw. einen guten Service anbieten zu können. Ein wesentlicher Faktor ist dabei allerdings auch die Tatsache, dass die Banken bei der
Vergabe von Krediten übertrieben zurückhaltend sind. Insofern räumte der Referent durchaus Defizite ein,
wobei die von Herrn Beck vorgetragenen Beispiele Eingang in die Diskussion innerhalb des Touristikverbandes gefunden haben.
Der Touristikverband hat zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Projekten begonnen und realisiert, mit denen dem Negativtrend
entgegen gesteuert wird. Zusammen mit Landwirten, und Gastwirtschaften wurden regionale Kreisläufe aufgebaut, Leader+ Mittel
der EU konnten abgerufen werden, den Touristen stehen umfangreiche Kataloge und Tourenvorschläge zur Verfügung. Alle
Beteiligten und Betroffenen wurden im Sinne von Leitbildprozessen an einen Tisch gebracht. Die Ergebnisse sind – im Gegensatz
zu vielen anderen Leitbilddiskussionen – nicht in der Schublade verschwunden, sondern finden praktische Umsetzung. Diese Gemeinsamkeit äußert sich auch in der Verwendung eines einheitlichen Logos.
Als Zielgruppen werden schwerpunktmäßig Wandergäste und Mountainbiker beworben, während z.B. die Motorradfahrer nicht
noch mehr angezogen werden sollen. Eine umfangreichere Diskussion entzündete sich an der Frage, ob die Möglichkeiten, die Biker
mit konkreten Tourenausweisungen kanalisiert werden können oder ob man damit die Probleme nicht eher sogar steigert.
Die Verwendung von Anglizismen in der Touristik-Sprache steht zwar – wie ein einzelner Teilnehmer feststellte – in einem
gewissen Widerspruch zur von Herrn Fredlmeier gewünschten Authentizität, die übrigen Teilnehmer nahmen daran jedoch keinen Anstoß.
Als Resume sieht die AGNA den Touristikverband als ehrlichen Partner, der zwar an der Natur und seinem positiven Image
verdienen möchte, der aber dennoch im Zusammenspiel der Kräfte und Fachbehörden um eine möglichst nachhaltige Entwicklung
bemüht ist. Herr Fredlmeier wird mit den Naturschutzwächtern seiner Region Kontakt aufnehmen.
Download Präsentation Fredlmeier als pdf-Datei, 671 kB (mit Dank an den Autor für die Zurverfügungstellung)
Den dritten Part des Abends bestritt Herr Brokt mit einigen Beispielen, die aufzeigten, dass die Herausgabe von Prospekten bzw. die touristische Erschließung
durchaus auch Begehrlichkeiten weckt, die zu Lasten der Natur gehen. Höhlen werden beworben ohne auf die naturschutzfachliche Notwendigkeiten Rücksicht zu
nehmen (z.B. Schonung der Überwinterungsquartiere der Fledermäuse). Es gibt aber auch positive Beispiele, wie z.B. der Prospekt über ein Schutzprojekt der evangel. Kirche, das für die
drei in der Fränkischen Schweiz endemischen Mehlbeerenarten (u.a. zu sehen am Mehlberensteig bei Muggendorf). Diese Arten entstanden in der Eiszeit aus
Vogel- und Elsbeere, wurde bislang aber stiefmütterlich behandelt, da sie langsam wachsen und die Leute sie manchmal nicht vom Holunder unterscheiden können.
Sie werden von Felsfreilegungen ausgenommen. Was die
Konflikte mit den Kletterern angeht, so berichtet Herr Brokt davon, dass die Reaktionszeiten einfach zu lang sind, wenn es darum geht, kurzfristig einen Felsen aufgrund eines neuen Geleges zu sperren. Auch
halten sich nicht alle an die Vorschriften. Zum Schutz des kleines Habichtkrauts, ein Eiszeitrelikt, sind beispielsweise die Felskuppen vom Ausstieg ausgenommen, trotzdem klettern etliche – vor allem Einheimische
– nicht daran vorbei. Reaktionszeit zu lang. Nachdem in der Fränk. Schweiz noch keine Gebühr fürs Klettern erhoben wird (wie jetzt in Eifel) kommen alle, sogar aus dem Ausland.
In Höhlen finden ganze Festivals statt, Feuer werden abgebrannt, es wird
dort übernachtet; selbst Schulen animieren dazu, die entlegensten Winkel einer Höhle zu erforschen (so ein Presseartikel). Kanufahrer dürfen nur flussabwärts fahren, weil sie sonst mit den Paddeln
zu weiter runter gehen und Fischbruten gefährden. Die Kanuten müssen sich vorher festlegen, bis zu welcher Anlegestelle sie fahren wollen (z.B.
Muggendorf, Behringersmühle oder Streitberg), unterwegs darf man nicht aussteigen.
Die Sandachse
(entlang des Flusslaufs bzw. Kanals der Regnitz) ist das größte bayer. Naturschutzprojekt. Auf einmal werden
Fördergelder gestrichen, mit Herrn Angerer kommt ein neuer Bezirkstagspräsident und schon soll die Regnitz und sein Tal als das Flussparadies bis zum letzten Strohhalm vermarktet werden.
Brokt erzählt von einer Sandgrube, in der als Naturschutzauflage nach der Renaturierung (lt. Auflage des Genehmigungsbescheides)
ein Fischbesatzverbot vorgesehen. Kurz vor dem Ende des Abbaus geht das Unternehmen Pleite und schon wedelt ein
Fischereiverein mit 500.000 € einer Sandgrube. Soweit Herrn Brokt bekannt ist, wurde die Sandgrube zwischenzeitlich tatsächlich verkauft.
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Exkursionen am 03.04.2004
Walberla und Rodenstein
(im Naturschutzgebiet Ehrenbürg – Veldensteiner Forst)
In Fahrgemeinschaften fuhren wir zunächst zum Walberla, ein vorgelagerter Zeugenberg der
Albhochfläche. Der Schutz der außen herum liegenden Dolomitkalke hat verhindert, dass die Erosion des Riffs sein Verschwinden verursacht. Durch die räumlich prägnante Lage wurde das Hochplateau schon in
keltischer Zeit besiedelt und befestigt. Im Zuge der Christianisierung sind nicht alle alten Bräuche verschwunden, sie leben vielmehr seit einigen Jahrzehnten wieder auf und werden kommerzialisiert. Mittlerweile
hat das Walpurgisfest, das am ersten Wochenende im Mai mit Jahrmarktcharakter und Bierzelten begangen wird und Tausende von Besuchern anlockt, sich zu einem riesigen Event entwickelt, das natürlich im krassen
Widerspruch zu den strikten Auflagen der Naturschutzgebietsverordnung steht. Selbst zum Exkursionszeitpunkt waren an vielen Stellen Glasscherben, Silvesterraketen und sonstige Hinterlassenschaften feststellbar. Auf
der anderen Seite fanden wir blühende Küchenschellen, Hungerblümchen und Salbei. Insgesamt kommen ein halbes Dutzend Orchideenarten vor. Kletterer, Gleitschirmflieger und Motorradfahrer tun zusammen mit dem
vorherrschenden Vandalismus ein übriges, es dem vor Ort zuständigen Naturschutzwächter nicht eben leicht zu machen.
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Auf einer Hinweistafel der Regierung von Oberfranken heißt es: „Weithin sichtbar ragt
das Bergmassiv der Ehrenbürg ins Land. Die Jahrhundertealte kleinbäuerliche Wirtschaftsweise in der Fränkischen Schweiz bestimmt das charakteristische Erscheinungsbild dieses Zeugenberges. Laubwälder, Hecken,
felsdurchsetzte Rasen, Felder und Streuobstgärten verbinden sich zu einer eindrucksvollen Landschaft. Der Reichtum an unterschiedlichsten Lebensräumen ist die Heimat vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten, die
anderswo schon verschwunden sind. Um diese Vielfalt unserer Nachwelt zu erhalten, wurde die Ehrenbürg 1987 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der starke Besucherandrang erfordert ein besonders rücksichtsvolles
Verhalten jedes Einzelnen zum Schutze der trittempfindlichen Pflanzen und ruhebedürftigen Tierwelt.“
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Zum Mittagessen ging es nach Serlbach (nordwestl. von Forchheim), wo wir Aischgründer
Karpfen zur Auswahl hatten.
Anschließend bestand in Streitberg Gelegenheit zur Probe eine Verdauungsschlucks in der
Pilgerstube, eine heimische Traditions-Brennerei. Im Ort liegt der Wendenbach (Wende steht für Viehtränke), der für seine Sinterterrassen bekannt ist, die Binghöhle ließen wir außen vor.
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Die Tafeln des 3,6 km langen Geologischen Erlebnispfades wurden u.a. von engagierten Lehrern und Schülern der Montessori-Schule Forchheim, dem Ammonitenmuseum Streitberg gestaltet. Auf ihnen steht z.B. Folgendes zu lesen:
Wasserarmut in der Fränkischen Schweiz
„Wasser ist in der Fränkischen Schweiz sehr knapp. Auf der Hochfläche gibt es fast
keine Bäche oder Quellen, da das Regenwasser sofort in verkarsteten Untergrund versickert. Früher mussten die Bewohner das Wasser in sogenannten Hüllen (kleine Weiher) oder in Zisternen sammeln. War es
aufgebraucht, musste es mühsam aus dem Tal geholt werden. Wegen der Verkarstung liefern viele Quellen nur unregelmäßig Wasser, z.B. nach Regenfällen oder nach der Schneeschmelze. Sie werden in der Fränkischen
Schweiz Hungerbrunnen (oder auch Tummler, Geuder oder Boller) genannt. Die Wasserarmut hat in der Fränkischen Schweiz zu einer besonderen Wertschätzung des Wassers geführt. So ist es Brauch, Brunnen und
auch manche Quellen zu Ostern mit bemalten Eiern, Zweigen und Bändern zu schmücken.“
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Kalktuff Wenn Wasser ein Kalkgebirge verlässt, ist es an Kalk gesättigt. Man
sagt, das Wasser ist hart, in Gegensatz zu weichem Regenwasser. Dieser gelöste Kalk beginnt sich bald hinter der Quelle abzuscheiden, weil die Kalkfällung durch Erwärmung des Wassers und durch Pflanzen ausgelöst
wird. Der ausgefällte Kalk umhüllt Blätter, Äste und Moose mit Kalkkrusten. Dabei entsteht ein weiches, locker-poröses Gestein: Kalktuff, auch Quellkalk genannt. Im Wedenbach haben sich vor Hindernissen schöne
Kalktuffterrassen gebildet. Sie sind sehr empfindlich und dürfen nicht betreten werden.“ “Die Wedenbachschlucht ist ein besonderer Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere. Hier im Quellbach leben die
Larven des Feuersalamanders, die ähnlich wie Kaulquappen aussehen. Relativ leicht lässt sich die Wasseramsel beobachten ..., seltener ist die Gebirgsstelze. Am Rande des Baches wächst reichlich Brunnenkresse,
deren gepresster Saft früher im Streitberger Kurbetrieb Anwendung fand. Im Sommer blüht am Waldrand die schöne Türkenbundlilie.“
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Das Muschelquell-Ensemble
„Die Muschelquelle hat Streitberg und die umliegenden Dörfer von 1910
bis 1968 mit Trinkwasser versorgt. heute kommt das Trinkwasser aus einem Tiefbrunnen. Die Muschelquelle ist eine Schichtquelle, die auf den wasserstauenden Mergeln des Malm alpha entspringt. Der Höhlenbach,
der aus der Quellgrotte fließt, vermittelt eine gute Vorstellung davon, wie auch die Binghöhle durch einen Höhlenbach entstanden ist. Oben am
Felsen haben sich ältere Höhlen erhalten, die heute trocken gefallen sind.“
Kalktuff Wenn Wasser ein Kalkgebirge verlässt, ist es an Kalk gesättigt. Man sagt,
das Wasser ist hart, in Gegensatz zu weichem Regenwasser. Dieser gelöste Kalk beginnt sich bald hinter der Quelle abzuscheiden, weil die Kalkfällung durch Erwärmung des Wassers und durch Pflanzen ausgelöst
wird. Der ausgefällte Kalk umhüllt Blätter, Äste und Moose mit Kalkkrusten. Dabei entsteht ein weiches, locker-poröses Gestein: Kalktuff, auch Quellkalk genannt. Im Wedenbach haben sich vor
Hindernissen schöne Kalktuffterrassen gebildet. Sie sind sehr empfindlich und dürfen nicht betreten werden.“ “Die Wedenbachschlucht ist ein besonderer Lebensraum für gefährdete
Pflanzen und Tiere. Hier im Quellbach leben die Larven des Feuersalamanders, die ähnlich wie Kaulquappen aussehen. Relativ leicht lässt sich die Wasseramsel beobachten ..., seltener ist die Gebirgsstelze.
Am Rande des Baches wächst reichlich Brunnenkresse, deren gepresster Saft früher im Streitberger Kurbetrieb Anwendung fand. Im Sommer blüht am Waldrand die schöne Türkenbundlilie.“
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Die Entstehung der Karstlandschaft
„Karst ist ein slowenisches Wort und bezeichnet ursprünglich einen dünnen und
steinigen Boden. Das eigentliche Gebirge „Karst“ liegt im Hinterland von Triest, im heutigen Slowenien. Bei der Verkarstung dringt das Regenwasser durch Risse, Fugen und Klüfte in den Untergrund ein und erzeugt
dort durch Lösung von Kalk Hohlräume. An der Oberfläche entstehen durch Nachsacken trichterförmige Hohlformen, die Dolinen. Je feuchter und wärmer das Klima ist, desto stärker ist die Verkarstung.“
Auf einer weiteren Tafel heißt es sinngemäß: Die Fränkischen Schweiz ist ein
Mittelgebirge, das fast gänzlich aus Sedimentgesteinen der Jurazeit besteht. Die Sedimente haben sich ca. vor 206 – 142 Millionen Jahren in einem flachen und warmen Schelfmeer abgelagert. Sie sind über 500 m
mächtig und reich an Überresten der ehemaligen Meerestiere, die man als Fossilien (Versteinerungen) finden kann. Der Jura lässt sich als Gebirge von der Frankenalb bis in die Schweiz und weiter nach Frankreich
verfolgen.
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Weiter ging es nach Muggendorf, wo Herr Brokt im
Rathaus ein kleines, aber feines Vogelmuseum mit vielen liebevoll gestalteten Präparaten und Kästen betreibt. Herr Beck bezeichnete diese Form der Präsentation als positives Beispiel, da aufgrund der
Funktion des Gebäudes viele Besucher hingeführt werden.
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Der Druidenhain (eigentlich müsste es „Druden“ – von Hexen heißen) bei
Wohlmannsgesees führte uns vor Augen, welche Phantasien eine entsprechende Naturausstattung wecken kann. Bei den großen, im Wald gelegenen Steinquadern handelt es sich um eine Verwitterungserscheinung,
die den in Deutschland vorherrschenden Kluftrichtungen entsprechen („Streichen“), so wie sie sich auch anhand der Bachläufe nachvollziehen lassen.
Auf der Hinweistafel heißt es: Seit etwa 1900 „hat sich für das etwa 8400
m² große Waldstück im Esbach mit seiner eigentümlichen Anhäufung von Jurafelsen der Name Druidenhain eingebürgert. Die auffällige Anordnung der
Steine und ihre zum Teil seltsamen Ausformungen haben die Fantasie vieler Besucher angeregt. Man deutete die Felsenlabyrinthe als Kultstätte der keltischen Priesterkaste der stern- und zauberkundigen Druiden.
Wissenschaftlich konnte diese Mutmaßung allerdings bisher nicht belegt werden.“
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Bei Vollmond und den keltischen Hochfesten (z.B. Samhain, Beltane) kommen esoterisch
veranlagte Besucher, um dort Kerzen aufzustellen, Feuer zu entzünden, weibliche Fruchtbarkeitsriten auszuleben etc. Den einzelnen Felsen und Formationen wurden Namen gegeben wie Wächter, Taufstein, Altar,
Opferstein, Kanzel oder Eingang zur Unterwelt. Auch wenn man nicht an einen keltischen Ursprung glaubt, so hinterließ der Ort doch auch bei uns Naturschutzwächtern einen bleibenden Eindruck.
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Als letzter Punkt stand die Riesenburg südlich von Doos auf dem Programm. Es handelt sich um eine
eingestürzte Höhle („Versturzhöhle“), von der noch einige Gerippe übrig sind, die eine spektakuläre Kulisse für Besucher bieten. Natürlich kann man darüber
streiten, ob es sich hierbei um eine Übererschließung handelt, die nicht notwendig gewesen wäre. Wäre sie nicht erschlossen, bliebe sie jedoch nur einem kleinen Kreis von Kletterern vorbehalten.
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Zu Beginn der Versammlung um 20 Uhr stellt der 1. Vorsitzende, Herr Balzer, fest, dass
zur Versammlung frist- und formgerecht eingeladen wurde. Beim Vorstand sind keine Anträge eingegangen.
Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden
Eigentlich hatten wir 2003 einen
erfolgreichen Start ins Jahr. Am 03.04.2003 hat der Landtag beschlossen, die Staatsregierung aufzufordern, die Angehörigen der Naturschutzwacht für Fortbildungsmaßnahmen freizustellen und für ein einheitliches
Erscheinungsbildes zu sorgen. Eine Anhörung hat bislang jedoch noch immer nicht stattgefunden, es exisiert lediglich ein internes Schreiben an den Landtagspräsidenten.
Bei Freistellungen für Fortbildungen gilt die eigenverantwortliche Ermessenentscheidung des Dienstherrn.
Seitens des Ministeriums wurde eine Befragung bei allen unteren Naturschutzbehörden und
kreisfreien Städten durchgeführt, so dass für eine Anhörung im Grunde alle Daten über den Ist-Zustand vorliegen würden. Diese Behörden wurden vom Umweltminister in einem Schreiben zumindest auf die
Möglichkeiten hingewiesen, wie sie die Naturschutzwächter auch zu besonderen Aufgaben heranziehen können.
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Obwohl in der Bekanntmachung seit 2001 ausdrücklich die (freiwillige) Möglichkeit zum Tragen
einer Dienstkleidung geschaffen wurde, hält das Ministerium das Tragen des Dienstabzeichens als einheitliches Erkennungszeichen nach wie vor für ausreichend. Die unteren Naturschutzbehörden
wurden darüber informiert. Es war dem Umweltministerium in drei Jahren nicht möglich, sich zur Beschaffung der Dienstkleidung entweder der Forstbehörde anzuschließen (die erst einen
Trageversuch durchführte und dann, zusammen mit der Firma Schöffel, die hochwertige Bekleidung verfügbar machte) oder selbst Kontakte mit einer Firma aufzubauen. Wir wurden immer wieder
vertröstet, es wurde immer wieder behauptet, der Trageversuch sei noch nicht abgeschlossen oder die zuständige Sachbearbeiterin war entweder krank oder in Urlaub. Zum Thema Dienstkleidung wird
außerdem immer noch so getan, als hätte es bis zuletzt noch immer die Möglichkeit einer individuellen Beschaffung gegeben. Aufgrund fehlender Nachfrage durch die Landkreise werde die
Notwendigkeit einer zentralen Beschaffung verneint, obwohl man eine solche Bekleidung nur ganz kurz tatsächlich kaufen konnte und dies bereits mind. 10 Jahre zurück liegt.
Aufgrund des Wahlkampfes und auch der haushaltspolitischen Ereignisse wurde von uns ein geplanter Gesprächstermin mit Herrn
Dr. Schnappauf oder dem Umweltausschuss bislang zurückgestellt. Vom 04. – 06.04.2003 fand die Jahrestagung als gemeinsame Veranstaltung mit der ANL in Laufen statt. Im Nachhinein haben
sich bestimmte Schwachstellen aufgetan. So wurde z.B. unmittelbar nach uns die Bundestagung Naturwacht angesetzt, wir hatten
jedoch das Glück, dass Herr Schnappauf zu uns kam und nicht zum Bundesverband. Es wurden uns nur ca. 40 Teilnehmer
zugestanden, während beim Bundesverband mind. die doppelte Anzahl genehmigt wurde. Viele Interessenten (uns sind mind. ein
Dutzend namentlich bekannt) wurden wegen „Überbelegung“ abgewiesen. Nachdem Herr Dr. Goppel uns für 2005
erfreulicherweise wieder eine Zusammenarbeit angeboten hat, werden wir deshalb diesmal verbindlichere Zeitrahmen und Zusagen schriftlich aushandeln.
Die ANL reformiert ihre Ausbildungsplanung
. Herr Herzog hat uns hierfür einige Vorschläge unterbreitet, die wir ausführlich kommentiert haben. Unserer Ansicht nach – dies aber nur ein Beispiel unter vielen - muss statt der zahlreichen Vorträge über
Biotoptypen oder dem theoretischen Überbau mehr Praxisbezug in die Ausbildung. Es dürfte kaum gelingen, Bewerber, die in
ihrem bisherigen Leben nichts mit Naturschutz zu tun hatten, in der kürze der Zeit, alle Zusammenhänge erklären zu wollen.
Herr Scharpf hat bereits mehrfach vorgeschlagen, dass Fortbildungsveranstaltungen zur
Nachbereitung und für diejenigen, die nicht nach Laufen kommen können, aufbereitet werden müssten. Es kann nicht angehen, dass eine kleine Runde von Teilnehmern
etwas erfährt, dass Referenten weite Wege auf sich nehmen und Honorare bezahlt werden müssten und – von den Teilnehmern einmal abgesehen – niemand davon profitiert.
Wir halten es für die Aufgabe der ANL-Mitarbeiter, diese Nachbereitung zu leisten. Denn bei etlichen Seminaren müssen wir den Eindruck gewinnen, dass die Ausrichter der Veranstaltungen außer einem
Grußwort und der Beschaffung von Kopien nicht allzu viel beitragen. Auch wenn es natürlich Aufgabe der teilnehmenden
Naturschurschutzwächter wäre, eine Multiplikatorenfunktion zu erfüllen, so ist das jetzige System doch letztlich ineffektiv. Trotz
ihrer Altersstruktur verfügen immer mehr Angehörige der Naturschutzwacht über einen Zugang zum Internet; falls nicht, könnten sie sich Berichte von der ANL-Seite im Amt aber auch ausdrucken lassen.
Drei regionale Tagesfortbildungsveranstaltungen
waren jeweils 2002 und 2003 geplant. Nur zwei der Veranstaltungen lagen mit je einem Dutzend Teilnehmer gerade an der unteren Grenze. Für eine Veranstaltung hat sich sogar niemand angemeldet. Herr
Beck hat die Veranstaltungen geplant und ist selbst nicht in der Lage, das geringe Interesse zu erklären. Teilweise haben sich
mehrere Personen angemeldet, sie haben sogar gezahlt und trotzdem sind sie oft nicht erschienen. Es kann natürlich auch sein, dass
Informationen seitens der Ämter nicht weitergegeben wurden. Die Presseankündigungen waren dürftig, obwohl die Presseerklärungen ausführlich ausgefallen sind.
Herr Beck resümiert, dass sich heute niemand mehr für Naturschutz interessiert, dass die Naturschutzwacht in der Öffentlichkeit kaum präsent ist und die Angehörigen überaltert sind.
Eine Naturschutzwacht, die nur noch für Abfallentsorgung zuständig ist, ist entbehrlich. Viele Naturschutzwächter haben sich als „fortbildungsresistent“ erwiesen, obwohl eine Pflicht zur
Fortbildung besteht.
Herr Balzer ergänzt, dass wir die Referenten ja bezahlen müssen und wir uns auf Dauer keine reine Zuschussveranstaltungen leisten
können.
Die Belegungsrate im Kapuzinerhof beträgt nur 40%. Regionale Veranstaltungen seitens der ANL können daher leider nicht mehr
stattfinden, da sonst der Rechnungshof Probleme macht. Eine der von uns angeregten regionalen Veranstaltungen (in
Ebermannstadt) ist kaum angenommen worden. Auch bei der ANL sind die Teilnehmerzahlen teils so gering, dass die Gefahr
besteht, Kurse zu stornieren. Die ANL hat hierbei allerdings die Möglichkeit, nochmals zur Teilnahme aufzufordern. Vielfach scheitert ein solcher Appell am „Filter“ untere Naturschutzbehörde.
Herr Rettner brachte ein Schreiben seines Amtes mit, das ihm erklärt, „aufgrund der derzeitigen Haushaltslage weder eine vollständige noch
eine teilweise Kostenübernahme“ in Aussicht stellen zu können. „Eine Teilnahme auf eigene Kosten bleibt Ihnen freigestellt“. Während der
Veranstaltung äußern einzelne Teilnehmer allerdings auch, dass sie sich mehrere Jahre erfolglos um einen Fortbildungsplatz in Laufen bemüht und letztlich resigniert hätten.
Die Mitarbeiter im Ministerium
sind größtenteils mit der Nachmeldung der FFH-Gebiete beschäftigt. Auch aus diesem Grund
wurde von uns von einem weiteren Gesprächstermin abgesehen. Wir werden aber in jedem Fall versuchen, wieder einen Termin zu
erhalten. Das Auftreten durch uns als Verband ist hierfür die einzige Chance, die wir haben. Von einer aktiven Begleitung der
Naturschutzwacht seitens des Ministeriums ist man noch weit entfernt. Dies enttäuscht uns und dies schadet unserem Anliegen.
Herr Balzer liest den Teilnehmern ein schriftliches Grußwort des Umweltministers vor, das das freiwillige ehrenamtliche
Engagement der Naturschutzwächter herausstellt. Dr. Schnappauf hat sich dafür eingesetzt, dass die vorgesehenen
Ausgabenkürzungen nicht so stark ausgefallen sind, wie ursprünglich vorgesehen, auch wenn in Zeiten knapper Kassen „nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können.“
Die AGNA ist letztlich von der Entwicklung – wie alle anderen auch - überrannt worden, eine Tatsache, die wir so hinnehmen
müssen.
Kassenbericht
2003 standen folgende Positionen an: Ausgangsstand 2.472,74, Einnahmen 2.616.13, Ausgaben 2.413,59, Endstand zum 31.12.2003: 2.675,28 €.
Über mehrere Jahre hatten wir bislang das Problem, diesen Vorstandsposten nicht besetzen zu können. Die Kasse wurde von Herrn
Beyer und Herrn Bachmann geprüft. Nachdem Herr Beyer die Richtigkeit der Kassenführung bestätigt, wird auf Antrag von Herrn Neuberger der Gesamtvorstand einstimmig entlastet.
Nachwahl eines Schatzmeisters. Herr Beck schlägt Herrn Anton
Fleischer aus Elfershausen vor. Die Wahl erfolgt erwartungsgemäß einstimmig, Herr Fleischer nimmt die Wahl an. Die Kassenunterlagen werden noch heute Abend übergeben. Herr Fleischer erhält
neben Herrn Balzer eine Bankvollmacht, während die bisherige Vollmacht für Frau Greil aufgehoben wird.
Bericht der Bezirksbeauftragten
Herr Brokt hat sich bemüht, die Adressen der Naturschutzwächter seines Bezirks herauszubekommen, scheiterte jedoch an den
Behörden. Im Landratsamt Coburg (so ein Mitglied) - dies als Ausnahme - sind die Adressen der Mitglieder sogar auf der Internetseite veröffentlicht.
Herr Minolts hat zwischenzeitlich einen Posten als ÖDP-Bezirksvorsitzender angenommen. Er steht uns somit arbeitsmäßig nicht
mehr als Regionalbeauftragter zur Verfügung.
Fragen zu Arbeit des Vorstandes kommen keine mehr.
Verschiedenes/Diskussion
Warum bekommen wir keine Fördermittel? Können nicht mehr Veranstaltungen seitens der AGNA angeboten werden (letztlich
auch zur Auslastung in Laufen)? Antwort Beck: Bislang haben schon etliche Kooperationen stattgefunden. Das Problem der
Auslastung in Laufen ist zum Teil systembedingt (kaum Wochenendveranstaltungen oder in den Ferien), teils will man sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
Herr Scharpf berichtet vom Problem, dass vom Ministerium keine Betreuung der Naturschutzwacht stattfindet, diese angeblich
auch nicht leistbar ist (z.B. Aufbau eines Postverteilers der einzelnen Naturschutzwächter oder die Herausgabe eines jährlichen
Mitteilungsblattes an die Angehörigen, das direkt verschickt wird; die Unfähigkeit, die Frage der Dienstkleidung weiterzubringen, die Erörterungsgespräche, die auf Bezirksebene nicht mehr stattfinden).
Herr Scharpf geht auf Wunsch auf die Tätigkeit der AGNA ein und rollt die wesentlichen Themen seit 1996 (die 20-Jahrfeier in
Landsberg) auf. Die Ergebnisse spiegeln sich im Wesentlichen im erweiterten ANL-Angebot und in der novellierten Bekanntmachung wieder.
Über steuerliche Fragen wurde längere Zeit diskutiert, ebenso über Möglichkeiten, die Arbeit effektiver zu gestalten (z.B. – auf
Vorschlag von Frau Rouette – einen gedruckten, gut gestalteten Artikel herauszugeben, der die Aufgaben der AGNA ausführlich
darstellt. Herr Rettner schlägt vor, selbst einen Adressverteiler aufzubauen, um Mitglieder zu werben.
Herr Balzer erklärt, dass er mit Fjällräven Kontakt aufgenommen hat. Die Firma wäre bereit, eine einheitliche Dienstkleidung zum
Werkspreis (ca. 50%) zu verkaufen. Das Ministerium hat es in drei Jahren nicht geschafft, sich an die Bestellung der Forstbehörde
anzuschließen oder die Sache selbst voranzutreiben. Natürlich könnte man es auch über die Fa. Schöffel oder einen anderen Anbieter laufen lassen, aber man muss es eben tun.
Bedingung wäre eine zentrale Beschaffung sowie Vorauskasse. Die Interessenten müssen sich die Größen aus dem Katalog
heraussuchen und abklären, zu welchen Teilen das eigene Landratsamt die Kosten trägt. Einer Abstimmung unter den anwesenden
Naturschutzwächtern ergab 10 Interessenten dafür zu 11, die sich keine Dienstkleidung anschaffen würden. Wir werden das Anliegen erneut beim Ministerium vortragen.
Von Herrn Rettner kommt der nochmalige Hinweis, dass von den Ämtern die Kosten für Fortbildungen praktisch nicht mehr
übernommen werden. Herr Balzer gibt zu bedenken, dass selbst Beamte, die gesetzlich zur Fortbildung verpflichtet sind,
mittlerweile diese selbst finanzieren müssen. Aufgrund der Haushaltslage ergibt sich damit der Widerspruch, dass auf der einen Seite
die Bekanntmachung eine Fortbildungspflicht enthält, auf der anderen Seite Fortbildungsmaßnahmen jedoch nicht mehr finanziert
werden. Vor allem wenn man nördlich der Donau wohnt, hat man aufgrund der höheren Fahrtkosten kaum Aussicht auf Übernahme.
In einem Ausblick auf die weitere Tätigkeit wird der Vorschlag aufgegriffen, einen unabhängigen Postverteiler aller aktiven
Naturschutzwächter in Bayern aufzubauen. Den Naturschutzwächtern könnte dann ein gut aufgemachtes und gedrucktes
Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft geschickt werden. Weiße Flecken auf der Landkarte sollten über AGNA-Mitglieder aus
benachbarten Landkreisen abgedeckt werden. Zur Pflege der Mitgliederdatei sowie zur Erstellung von Adressverteilern und Serienbriefen stellt sich Frau Sabine Schmidt spontan zur Verfügung.
Eine von Herrn Scharpf vorgeschlagene Teilzeit-Fachkraft, die für die Naturschutzwacht arbeitet, dürfte an den Kosten scheitern.
In einem Landkreis wurde die Naturschutzwacht bereits aufgelöst. Ohne unser aktives Zutun gibt es niemanden, der sich dieser Entwicklung entgegenstellt.
Die Versammlung schließt um 22.30 Uhr mit einem Dank an den Hauptorganisator des Fortbildungswochenendes, Herrn Beck,
sowie an Herrn Brokt, der sich engagiert in die Führungen und Vorträge eingebracht hat. Die Tagung 2005 findet entweder in Laufen oder in der Rhön statt.
Pulvermühle, 03. April 2004 Helmut Scharpf, Schriftführer
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Sonntag, 04.04.2004: Wanderfalke und Uhu – gefährdete Felsbrüter in Bayern von
Ulrich Lanz (LBV-Landesgeschäftsstelle)
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Der Uhu ist eine sehr störungsempfindliche Art, deshalb findet später nur eine Exkursion zu einem Wanderfalken-Brutplatz statt. Herr Lanz bringt eingangs einige Zitate aus der Geschichte. Z.B. zum Uhu, der
früher zum Anlocken anderer Vogelarten genutzt wurde oder zum Wanderfalken, der zur Jagd genutzt wurde und wird.
Blick auf den Lebensraum: beide Arten teilen sich den Lebensraum Fels. In der Weltenburger Enge kann man z.B. beide Arten vom Wanderweg aus beobachten. Beide
Arten sind „Flagschiffarten“, die für bedrohte Lebensräume stehen. Die Vogelarten sind also auch Träger, die zur Werbung für den Artenschutz bei Pflanzen genutzt wird. Artenhilfsprogramme brauchen solche
Trägerarten, um die Leute „hinter dem Ofen“ hervorzulocken.
Der Uhu ist flexibler als der Wanderfalke, denn er nimmt
auch kleinere Felsen an, die teils auch versteckt im geschlossenen Wald liegen können; der Wanderfalke ist mehr an große zentrale Bereiche mitten im freistehenden Fels gebunden. In der Tundra allerdings ist der
Wanderfalke sogar Bodenbrüter, wo das Angebot jedoch vorhanden ist, ist der Wanderfalke wählerischer.
In Steinbrüchen sind die Arten auch zu finden, trotz der
Störungen durch Steinesammler, den Abbaubetrieb oder Motocross-Fahrer. Uhus gewöhnen sich relativ gut an solche Störungen; selbst auf die Sprengsignale haben sie sich angepasst – so
eine Beobachtung. Viele Steinbrüche sind aufgrund von Auflagen von Verfüllung bedroht („Renaturierungsauflagen“).
Auch der Wanderfalke brütet in Steinbrüchen, wenn keine natürlichen Brutplätze vorhanden sind. Uhus können in seltenen Fällen
Gebäudebrüter sein, Wanderfalken gehen eher einmal in Brücken, Kühltürme, Burgruinen etc.
Der Uhu kann bis 1,80 m Spannweite haben, er wird bis 70 cm groß und wird knapp 4 kg schwer – fast schon Ausmaße des
Steinadlers. Er ist die größte europäische Eule. Tagsüber hält er sich i.d. Regel verborgen. Er hat ein Revier von bis zu 8 km um den
Brutplatz. Er hat zwar keine wirklichen Feinde, wird aber von anderen Vogelarten (insb. Raben) attackiert.
Der Wanderfalke ist kleiner (Spannweite ca. 1 m), beeindruckt aber durch seine Eleganz. Das Männchen (der Terzel) ist deutlich
kleiner. Der Flug ist rasant (bis 300 km im Sturzflug), er schlägt die Beute deshalb im Vorbeiflug und fängt den verletzen Vogel erst anschließend auf.
Rupfungen, Igelschwarten und Gewölle sind weitere Indikatoren für die Anwesenheit der Arten.
Bestandsentwicklung und Schutz:
In den 30er Jahren gab es ca. 900 Brutpaare in Deutschland, 1975 waren es ca. 65 Paare (auch in Bayern nur noch im
Alpenvorraum). Umweltgifte (DDT) führten zur Anreicherung dieser Pestizide in der Nahrung (geringere Fruchtbarkeit,
dünnschalige Eier, embryonale Schädigungen, hohe Mortalität unter den Jungvögeln), einer der Hauptgründe des Aussterbens, der
sich weltweit so zeigte. Zwei weitere Faktoren waren die Beizjagd (erst seit den 70er Jahren kann man in Gefangenschaft
nachzüchten), das Preisniveau (früher bis 10.000 Euro) liegt jetzt aufgrund der Nachzuchten nur noch ca. 500 €; es finden deshalb
praktisch keine Aushorstungen mehr statt. Die Verfolgung mittels Gift, Angelhaken und Schrotkugeln ist nach wie vor ein großes
Problem (Taubenzüchter, Kleintierzüchter, Volkssport um sich ein Präparat zu verschaffen). Das Perfide daran ist, dass Vergiftungen schwer nachweisbar sind.
Der LBV macht Öffentlichkeitsarbeit, um psychologischer Druck auf den Täter aufzubauen. Die Strafen über die Jagdwilderei liegen bei bis 2 Jahren Haft ohne Bewährung (z.B. bei Wiederholungstätern).
zur Frage ob man einen Brutplatz geheim halten oder ob man ihn erst recht bekannt machten soll, erwidert Herr Lanz, dass im
Einzelfall beides sinnvoll sein kann. Wanderfalken sind ohnehin recht schnell auszumachen.
Regelungen, die das Klettern mit bundeseinheitlichen Symbolen regeln, wirken sich sehr positiv aus. Kletterkonventionen finden in
die Kletterführer Eingang, der Störungsdruck am Felsen konnte reduziert werden. Der Wanderfalke gewöhnt sich an regelmäßige
Störungen in Teilbereichen, der Uhu ist störungsempfindlicher, für ihn müssen auch Komplettsperrungen vorgenommen werden.
Seit 1982 gibt es zum Schutz der Wanderfalken ein Artenhilfsprogramm des LBV (Brutplatzsanierung, Horstbewachung, Lebensraumverbesserung).
Bis 1995 hat sich der Bestand (vor allem in Baden-Württemberg) deutlich erholt. 2003 waren es in Baden Württemberg bereits
wieder ca. 300 Paare (dort gab es 1962 die erste AG zum Bestandsschutz und die ersten Artenhilfsmaßnahmen), im Voralpenland
80-100, Bayern außeralpin ebenfalls. In Mecklenburg-Vorpommern hat früher eine Prägung auf Baumbruten stattgefunden.
Baumbrüterpopulationen bildeten ca. ein Drittel der Populationen, dieser Anteil ist in den Jahrzehnten des Bestandszusammenbruchs völlig verschwunden.
2002: 72 Revierpaare, 48 erfolgreiche Bruten (66%), 116 flügge Jungvögel 2003 90 Revierpaare mit 58 erfolgreichen Bruten
Der Wanderfalke hat sich gut erholt, er hat allerdings auch etliche
Uhu-Brutplätze besetzt. Rauhfußhühner sind nicht gefährdet, da der Wanderfalke nur in der Luft jagt. Der Bayer.Wald stellt noch eine Problemzone dar (teils klimatisch, teils durch „Brauchtum“ bedingt-
Brutverluste durch Verfolgung sind dort noch wesentlich häufiger).
Der Uhu erlebt z.T. eine gegenläufige Entwicklung. Der Bestand des Uhu
laut Bayer. Brutvogelatlas (der spätestens Anfang 2005 erscheint) beläuft sich in Bayern auf ca. 200 – 250 Brutpaare. Es gibt deutliche Hinweise auf
eine Trendwende nach unten, etliche Brutplätze sind aufgegeben worden. Allerdings bestehen viele Erfassungslücken (die Heimlichkeit ist ein Problem). 2001 wurde das Artenhilfsprogramm Uhu gestartet, momentan
wird aber erst bewertet und auf vier großen Probeflächen recherchiert. In einer Zwischenbilanz zeigt sich, dass sich der Uhu regional zurückzieht (inneralpine Täler, östl. Oberpfalz, Frankenjura).
Was steckt dahinter? Hinweise deuten auf (Klettern ist nicht das Problem) Veränderungen der Trockenrasengebiete hin, d.h. die Zugänglichkeit des Nahrungsangebots hat sich ev. verändert (Aufforstung von
Grenzertragsstandorten, Rückgang der Igelpopulationen, verstärkter Rapsanbau). Die Witterungsbedingungen waren im Grunde ideal. Der Negativtrend zeichnet sich seit Ende der 1980er Jahre ab; es gibt immer
mehr Bruten mit nur einem Jungvogel.
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Der 1 ½ stündige Vortrag wurde durch
eine Exkursion zu mehreren Brutfelsen ergänzt, u.a. eine Felswand, die nach einer Freilegung mittels Baumfällung schon im Folgejahr als Wanderfalken-Brutplatz genutzt worden war.
Die Veranstaltungsreihe schloss mit einem erneut sehr leckeren regionalen Essen (es gab „Schäufele“ – eine knusprige Schweineschulter), das in der Pulvermühle von
ausgesucht freundlichem Personal serviert wurde.
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Herrn Wolfgang Neuberger sei für die Überlassung etlicher Bilder gedankt.
Wer noch Fehler findet, bitte melden.
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Herr Lanz wird seine Präsentation demnächst hier zum Download anbieten.
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Pressereaktionen: Fränkischer Tag, 05.04.2004 aus pdf-Datei (97 kB) oder als doc-Datei (596 kB)/ Der Neue Wiesentbote Online bzw. hier als Worddatei/ Nordbayerischer Lurier - Ausgabe Pegnitz vom 05.04.2004 als pdf-Datei (688 kB). Nordbayerischer Kurier - Ausgabe Fränkische Schweiz vom 07.04.2004 als pdf-Datei (620 kB)
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Helmut Scharpf, Schriftführer und Webmaster
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