|
Offener Brief an den Kommissar fĂĽr Umweltfragen der EU, Stavros Dimas vom
27.10.2008 zum Thema Neophyten:
Liebe Leserinnen und Leser,
in vielen Regionen Europas breiten sich invasive Neophyten massiv aus und
gefährden akut die historisch gewachsene biologische Vielfalt, auch und gerade in FFH-Gebieten, die nach dem Willen der EU besonders geschützt werden müssen. Deshalb schickte die AGNA EU-Kommissar
Stavros Dimas die unten stehende Petition und stellte den Text als Offenen Brief ins Internet. Die Petition hat umso eher Erfolg, je mehr Menschen sie mittragen. Ich möchte Sie deshalb
bitten, die Eingabe ebenfalls zu unterstützen. Das ist sehr einfach: Kommissar Dimas hat einen Blog, in den Nachrichten eingegeben werden können (http://ec.europa.eu/commission_barroso/dimas/index_de.htm; dann: My Blog; Categories: Blogging; Add a new comment ). Es reicht schon, wenn Sie dort
eintragen, dass Sie die Petition der AGNA zu invasiven Neophyten vom 27.10.2008 mit allem Nachdruck unterstützen. Dazu Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse. Wenn Sie möchten, können Sie noch
Folgendes hinzufügen: Schlimme Neophyten-Situation in Ihrer Heimatregion, Untätigkeit der Behörden, Bitte um rasche Erarbeitung und konsequente Umsetzung einer strikten, rechtlich bindenden
EU-Neobiota-Richtlinie auf der Grundlage der European Strategy on Invasive Alien Species. Allerdings eilt die Angelegenheit. Die EU-Kommission wird die in der Petition erwähnte „Mitteilung“
noch in diesem Jahr veröffentlichen. Deshalb sollte man rasch nach Brüssel schreiben, um vielleicht noch Einfluss auf die Formulierung der Mitteilung zu haben.
Herzlichen Dank fĂĽr Ihre Mithilfe!
Ihr Helmut Scharpf, 1. Vorsitzender
Hier der Brieftext (als Word-Datei): Brief AGNA-Vorstand 27.10.2008
Download fĂĽr die Praxis der Naturschutzwacht:
Fallbeispiele für die Praxis der Naturschutzwacht, erarbeitet von der ANL, in Abstimmung mit dem Bayer. Umweltministerium: Fallbeispiele-eingestellt 10-2008 (Version März 2006)
22.8.2008, Vorstandssitzung mit Regionalbeirat in
WĂĽrzburg-Heidingsfeld, ab 16 Uhr im Gasthof zur Klinge
Hier der Bericht von der AGNA-Fortbildung “Jäger - an der Schwelle zum Leben” vom 13./14. Oktober 2007 in Feuchtwangen:
Offen miteinander reden: Naturschutzwächter und Jäger
„Naturschutz braucht heute eine weite Sicht“, so der erste Vorsitzende
Eckhard W. K. Beck. Viele Prozesse, welche auf schützenswerten Flächen ablaufen, fordern einen Blick über den Zaun. So sind bei manchem schönen und wichtigen Lebensraum die Jäger mit im Boot.
Daher bot die AGNA am 13./14. Oktober 2007 eine Fortbildung zu dem Thema „Jäger – an der Schwelle zum Leben“ an. Mit Absicht hatte man Feuchtwangen gewählt. Es ist die Heimat von Heiner
Sindel. Dieser bot mit einer Power-Point-Präsentation eine kleine Geschichte an. Wie aus einem Rebhuhn-Schutzprogramm eine bundesweite Bewegung der regionalen Vermarktung wird, deren Vorsitzender er
heute ist. Dadurch werden heute viele Strukturen und Prozesse erhalten welche sich auf die Landschaft auswirken. Und dies ganz im Sinne des Naturschutz. Die Teilnehmer der Wochenendveranstaltung
konnten übrigens ganz im Sinne der regionalen Vermarktung speisen, Wildenten, Wildtauben, Wildschweine oder Karpfenspezialitäten wie z.B. Ingereisch standen auf der Tageskarte.
Ein weiterer Schwerpunkt war eine Exkursion, welche von der
Problematik der Innenstadt Feuchtwangens (Ausbluten des Mittelstandes) über die reichlich aktiven Biber bis hin zur Wiederaufforstung nach Windwurfereignissen und Borkenkäferplage führte.
Der Abend am Samstag galt dem Entwurf von einem Arbeitspapier,
welches dann am Sonntag bei einem „Stammtisch“ oder „Frühschoppen“ mit Jägern besprochen wurde. „Wir lernen uns kennen und diskutieren“ war das Motto. Mit dabei von Seite der Jäger:
Peter Schmutterer, Walter Kraft, Helmut Schwab und Gerhard Engelhard (Naturschutzbeauftragter der Jägervereinigung Feuchtwangen).
Sehr schnell war man sich über das Grundsätzliche einig. Man ist
gemeinsam für die Natur, bereit Verantwortung zu übernehmen. Für den Jäger besteht hierzu ein gesetzlicher Auftrag nach dem Landesjagdgesetz. Aus Sicht des Naturschutzes wurde locker formuliert:
„Durch Euer Hobby entsteht als Nebeneffekt eine schöne Artenvielfalt!“
Und dies war gleich das zweite große Thema. Die zusätzlichen
Möglichkeiten für Ansiedlungen oder gar Neuansiedlungen. Auch die Entnahme von verwilderten Haustieren wurde für gut befunden. Problematisch sah man die Einbringung von Topinampur bei Wildäckern.
So wie alle invasiven Neophyten wird dies bei Naturschützern nicht gerne gesehen. Ein wenig dazulernen war auch möglich. So ist das früher sogenannte „Raubzeug“ heute „Raubwild“. Eine
sprachlich milderer Variante. Und dass der Eichelhäher eine Schonzeit hat, war auch nicht allen Teilnehmern bekannt. Diskutiert wurde dann die Einschätzung zu Habicht, Saatkrähe, Rabenkrähe,
Gänsesäger, Kormoran, Marder und Fuchs. Hier stand die Frage der Selektion nach jagdlichen Interessen an.
Bei den Auswirkungen auf die Landschaft kam man zu der anderen
Ausrichtung der Jagd im Gegensatz zum Naturschutz. So können durch die Zielorientierung (Nutzung durch Jagd) Probleme entstehen. Manchmal ist die rücksichtslose Einbringung von Fasanenschütten,
Lecksteinen und Hochsitzen in die Landschaft zu beobachten. Insgesamt ist man jedoch auch bei Naturschützern froh, dass die Jägerschaft zusätzliche Lebensräume schafft, wie Hecken, Ackerränder
und Feuchtbiotope.
Intensive Diskussion gab es dann bei der Ausbildung der Jäger. Gibt
es dort Defizite beim Naturschutz? Wie steht es um Artenkenntnisse bei der Jagd, z.B. bei Schmetterlingen, Käfern, Vögeln oder Orchideen? Gibt es eine Pflicht zu Fortbildungen? Welche Rolle spielen
die Jagdschulen? Schriftführer Helmut Scharpf brachte außerdem das Thema Neozoen (Waschbär, Marderhund, Mink & co.) ins Spiel. Ebenfalls heiße Auseinandersetzungen gab es bei den Trophäen.
Ein Streitthema, welches wohl historisch belastet ist. Hierzu gibt es konträre Grundeinstellungen. Während der AGNA-Vorsitzende meinte, es sei ihm völlig egal, ob einer Briefmarken, Zinnfiguren
oder Geweihe sammelt, war es für manch anderen ein Reitzthema. Einig war man dann jedoch, dass die Schicki-Micki-Jäger aus den Metropolregionen nicht die Zielvorstellung für die gemeinsame Heimat
sein können. Hier sollte man dann doch zwischen dem einheimischen, bodengebunden Jäger und demjenigen differenzieren, der sich ein teueres Hobby leisten kann.
Die ErfĂĽllung des Jagdplanes, PrĂĽfung der AbschĂĽsse und deren
Meldepflicht, sowie deren Laufwege, waren auch interessante Fragen. Ebenso der Einfluss von Freizeit und Erholung, welche eben die ErfĂĽllung dieser AbschĂĽsse oft fraglich macht. Auch hier war man
gemeinsam gegen die ausufernden AnsprĂĽche mancher Freizeitsportler und neuartigen Nutzer von Wald und Feldflur.
Ein positives ResĂĽmee zog der AGNA-Vorsitzende Eckhard W. K. Beck
nach zwei Tagen. Die Leistungen der Jägerschaft für den Naturschutz wurden gewürdigt, man erfuhr etwas vom anderen wenn man miteinander redet. „Brücken statt Mauern bauen!“, sollte das Motto
sein. Eckhard W. Beck
:::::::::Archiv::::
Termine:
21.10.2006, Regionale AGNA-Fortbildung im Frankenwald Download Frankenwald
10.06.2006, AGNA-Fortbildung “Natur, Kultur und
Industrie in Abbaugebieten des Regnitztales” Download Info-Flyer
15.10.2005, AGNA-Vorstandssitzung inkl. Regionalbeiräte in Regensburg
29.10.2005, Fortbildung in Unterfranken (siehe Seite “Fortbildung”)
07.12.2005, Treffen mit dem Bayerischen Landkreistag
Die
Naturschutzwacht präsentierte sich am 8. Mai 2005 auf der Bundesgartenschau! Hier der BUGA-Übersichtsplan (als pdf). Wir waren am Westeingang im Aktionsforum des Bayern-Pavillons (Punkt Nr. 22)
Hier die Teilnehmerinfo.
Seit September 2005 läuft eine Umfrage zum Befall mit Neophyten. Befragt
wurden alle bayer. Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. Formular Neophyten.
Das ANL-Programm 2006 wird im Dezember erschienen (siehe Startseite).
Schon vorbei::
Das Programm der Jahrestagung des Bundesverbandes
Naturwacht (dem wir als AGNA angehören), die vom 6. bis 8. April im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee stattfinden wird, finden Sie hier!
Im Februar 2003 sollte sich der Umweltauschuss des Landtages voraussichtlich mit dem
Bericht des Umweltministeriums zur Lage der Naturschutzwacht befassen, hat dies aber selbst Mitte 2005 noch nicht getan. In Sachen Dienstkleidung wird die AGNA dem Ministerium vorschlagen, eine
zentrale Beschaffung vorzunehmen.
Es ist ein Brief- und E-Mailverteiler aller aktiven Naturschutzwächter in Bayern aufgebaut worden, in den sich jeder eintragen lassen kann (Mailadresse siehe
“Kontakt”).
Melden Sie sich als Angehöriger der Naturschutzwacht zu einer
Veranstaltung von BayernTourNatur (25.5. - 31.10.2006) an. Das Anmeldeformular kann vom 19.12.2005 bis zum 17.02.2006 abgeschickt werden, es geht aber vielleicht auch noch später.!
Am 17.2.2005 erreichte uns ein Brief von Dr. Heidenreich, der bislang im Umweltministerium für die Belange der Naturschutzwacht zuständig war, dass er nunmehr in den Vorruhestand
gehen wird.
Am Sonntag, den 8. Mai 2005 war die AGNA von 9 - 18 Uhr auf der Bundesgartenschau in MĂĽnchen vertreten. Hier die Excel-Tabelle mit dem
vorläufigen Programm. Bericht demnächst hier abrufbar.
|